Fallstricke der westlichen Ernährung: Süßstoffe

 

Schäden am Mikrobiom im Darm und Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Ein Auszug aus dem Novagenics-Buch „Fehlernährt – wie die westliche Ernährung unsere Gesundheit schädigt und wie man sich schützen kann“.

Die Diskussion über Süßstoffe geht ja schon lange hin und her. Viele Leute wollen auf Zucker verzichten, aber nicht auf den süßen Geschmack. Da kommen Süßstoffe doch gerade recht, oder?

Doch die Segnungen der modernen Ernährung bringen neben den beworbenen Vorteilen nicht selten gravierende Nachteile mit sich, über die nicht informiert wird. Das ist auch bei den Süßstoffen der Fall.

Die in verarbeiteten Nahrungsmitteln häufig verwendeten Süßstoffe verändern das Mikrobiom: Sucralose (E955), Aspartam (E951) und Saccharin (E954) stören die Balance der Darmbakterien und führen zu einer abnehmenden Vielfalt der Bakterien. [229] Das Mikrobiom – die Summe aller Bakterien und anderer Mikroorganismen im Darm – spielt nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Nährstoffaufnahme aus der Nahrung, sondern auch bei der Abwehr von Krankheitserregern und bei der Synthese von Vitaminen. Wenn dazu benötigte Bakterienstämme im Darm fehlen, werden diese wichtigen Funktionen ebenfalls eingeschränkt.

Sucralose [234] und Saccharin [235] können darüber hinaus im Darm und in der Leber zu Entzündungen führen. Auch das kann niemand wollen; ein entzündeter Darm kann seine Aufgaben nicht mehr voll erfüllen, eine entzündete Leber ebenfalls nicht.

Und obwohl der Süßstoff Aspartam keine Kohlenhydrate enthält, führt sein Verzehr – schon in geringen Mengen – zu einem erhöhten Insulinspiegel. Das wurde darauf zurückgeführt, dass Aspartam im Darm die Bildung der kurzkettigen Fettsäure Propionat deutlich erhöht, welche die Gluconeogenese steigert. [236]

Das bedeutet, dass der Einsatz von Aspartam zwar Zucker einspart, doch der Körper bleibt davon unbeeindruckt: Der Blutzuckerspiegel wird dann eben mit in der Leber neu geschaffener Glucose aus dem Vorläufer Propionat erhöht.

Wer Kohlenhydrate einsparen will – z.B. bei einer ketogene Diät – sollte also auf Süßstoffe verzichten. Besser, man gewöhnt man sich den süßen Zahn ab!

 

229     Valdes AM, Walter J, Segal E, et al: Role of the gut microbiota in nutrition and health. BMJ. 2018; 361: S. 2179.

234     Bian X, Chi L, Gao B, et al: Gut Microbiome Response to Sucralose and Its Potential Role in Inducing Liver Inflammation in Mice. Front Physiol. 2017 Jul 24;8: S. 487.

235     Bian X, Tu P, Chi L, et al: Saccharin induced liver inflammation in mice by altering the gut microbiota and its metabolic functions. Food Chem Toxicol. 2017 Sep; 107(Pt B): S. 530-539.

 

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