Keto-Diät mit Huhn und Pute?

Die „Optimierte Keto-Diät“ ist – trotz weitgehendem Kohlenhydratverzicht – eine sehr abwechslungsreiche Diät. Sie erlaubt eine breite Auswahl an tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, so dass Mangelerscheinungen gut vorgebeugt werden kann.

Ein Aspekt, der mich immer wieder verblüfft, ist allerdings die im Kraftsport weitverbreitete Vorliebe für fettarmes, weisses Fleisch. Ich unterhalte mich immer wieder mit Bodybuildern, die sich (gefühlt) schon ihr Leben lang allein von Hühner- und Putenfleisch als tierischen Eiweißlieferanten ernähren. Wenn Sie dann zur „Optimierten Keto-Diät“ wechseln, können Sie davon nicht lassen.

Doch ist es wirklich sinnvoll, bei einer ketogenen Diät viel Geflügel zu verzehren?

Ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass die Empfehlung, „weißes“ statt „rotes“ Fleisch zu essen, wirklich Blödsinn ist. Das stammt noch aus den 1980er Jahren, als uns von allen Medien pausenlos vermittelt wurde, wir müssten „fettarm“ essen – das Ergebnis war eine explosionsartige Zunahme der Fettleibigkeit. Und die gesättigten Fette im roten Fleisch machten nicht nur „dick“, sie seien auch schädlich für das Herz-Kreislaufsystem. Das stimmt schon im Ansatz nicht: Rindfleisch enthält gesättigte und ungesättigte Fettsäuren zu gleichen Teilen. Kalbfleisch, ebenso wie Schweine- und Lammfleisch, weist mit etwa 60% sogar mehr ungesättigte als gesättigte Fettsäuren auf. Der vermeintliche Vorteil des Hühner- und Putenfleisches mit etwa 70% ungesättigten Fettsäuren im Fettanteil des Fleisches fällt dagegen recht gering aus.

Darüber hinaus stellt der höhere Fettanteil des „roten“ Fleisches bei der „Optimierten Keto-Diät“ überhaupt kein Problem dar: Der keto-adaptierte Organismus verbrennt das Fett aus der Nahrung problemlos und solange die Ketose durch Kohlenhydratverzicht anhält, auch noch überschüssiges Körperfett dazu. Wer bei einer ketogenen Diät dagegen viel fettarmes Fleisch verzehrt, der bringt sich um eine gute Sättigung und nimmt deutlich weniger Vitamin A und D auf – die sind nämlich im tierischen Fett enthalten.

Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass Hühner und Puten heute in riesigen Ställen gehalten werden, um deren Fleisch kostengünstig zu produzieren. Massentierhaltung erfordert aber häufig den Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten – einfach deshalb, weil wenige kranke Tiere leicht den ganzen Stall anstecken können. Bio-Geflügel wäre bestimmt eher zu empfehlen, doch die Preise sind leider astronomisch.

Es muss auch nicht unbedingt teures Biofleisch sein. Heute gibt es schon vielfach Ansätze, besser auf das Tierwohl zu achten und eine artgerechte Haltung wird immer mehr zum Verkaufsargument. Neben Fleisch sollten aber auch andere Eiweißlieferanten die Ernährung bereichern: Bio-Eier und Fisch, der nicht aus Zucht kommt, wie z.B. die fettreichen Speisefische Sprotten, Hering und Makrele sind vergleichsweise günstig zu haben.

Also: Nichts spricht gegen ein Brathähnchen (gerne mit der fettreichen Haut) von Zeit zu Zeit, aber die trockene Puten- und Hähnchenbrust muss sich bei der „Optimierten Keto-Diät“ wirklich keiner geben.

 

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