Kurkuma als Schmerzmittel im Kraftsport

Der Gelbwurz (Curcuma longa), auch Kurkuma genannt, dient in vielen Ländern der Welt als Gewürz; er ist ein Bestandteil von Currymischungen. Die aktiven Bestandteile, verschiedene Kurkumine, sind nicht nur starke Antioxidantien, sondern weisen auch deutliche entzündungshemmende Wirkungen auf. [1]

Für den Sportler hat die Anwendung von Kurkuma große Vorteile bei der Behandlung von Gelenkentzündungen, die in Phasen hoher Trainingsbelastung häufig auftreten. Traditionell wird Arthritis, so die wiss. Bezeichnung, mit sog. nicht-steroidalen Entzündungshemmern (Non Steroidal Anti Inflammatory Drugs – NSAID) behandelt, von denen die gebräuchlichsten schwere Nebenwirkungen in Form von Magen- und Darmblutungen aufweisen, bis hin zur Geschwürbildung in diesen Organen.

Diese Nebenwirkungen treten bei Kurkuma nicht auf. Dabei wirkt Kurkumin ähnlich wie die NSAID und hemmt die Cyclooxygenase 2 (COX2), aber nicht COX1; daher treten keine Blutungen im Magen-Darm-Trakt auf. Darüber hinaus hemmt es die Lipooxygenase (5-LOX); ein weiteres Enzym, das an der Produktion entzündungsfördernder Prostaglandine beteiligt ist, wirkt auf dem NF-Kappa-B- Signalweg und hemmt die Interleukin- sowie Phospholipaseproduktion, die ebenfalls an entzündlichen Prozessen beteiligt sind.

Eine Meta-Analyse [2] von Studien mit Kurkumin, die über 8-12 Wochen an Menschen durchgeführt wurden, kommt hinsichtlich der Gelenkschmerzen lindernden Eigenschaften von Kurkuma zu überzeugenden Ergebnissen. Die Dosierungen in den acht untersuchten Studien lagen zwischen 180mg und 1500mg Kurkumin pro Tag, aufgeteilt in mehrere Einzelgaben; im Durchschnitt waren es 1000mg pro Tag. Dabei zeigte Kurkumin ebenso starke Wirkungen auf Entzündungen und Schmerzlinderung wie Ibuprofen und Diclofenac.

Es traten vereinzelt Nebenwirkungen auf wie leichtes Fieber, Halsentzündungen, Magenbeschwerden, Tachykardie (Beschleunigung des Herzschlages) und Blutdrucksteigerungen. Daraus lässt sich folgern, dass Kurkumin als relativ nebenwirkungsfreies Mittel dem Sportler für diesen Zweck empfohlen werden kann. Die Nebenwirkungen sind häufig dosisabhängig, d.h. mit einer verringerten Tagesmenge können diese vermieden werden.

Einer Langzeitanwendung von Kurkumin in moderaten Dosen steht ebenfalls nichts entgegen, sofern die Verträglichkeit gegeben ist; anders als bei den NSAID, die schon in kleinen Dosen Blutungen des Magen-Darm-Trakts auslösen und deren Langzeitanwendung sich aus diesem Grund verbietet. Ab Dosierungen von 2000mg Kurkuma pro Tag kann es bei längerer Einnahme allerdings zu Eisenmangel kommen; auch bei Neigung zu Gallensteinen sollte Kurkuma gemieden werden.

Mehr im Buch „Die Steroid Alternative“ von (Hg.) Klaus Arndt.

1 Chainani-Wu N. Safety and anti-inflammatory activity of curcumin: a component of tumeric (Curcuma longa). J Altern Complement Med. 2003; 9(1): 161-8.

2 Daily JW, Yang M, Park S: Efficacy of Turmeric Extracts and Curcumin for Alleviating the Symptoms of Joint Arthritis: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials. J Med Food. 2016 Aug 1; 19(8): 717-729.

 

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