Superfoods? Genau hinschauen: Chia-Samen

 

Sind Chia-Samen wirklich super?

Nein, nicht besser als Bewährtes.

Die Chia-Pflanze stammt ursprünglich aus Mexiko und wird heute in ganz Südamerika angebaut. Ihre Samen gelten als „Superfood“, weil sie so nahrhaft sein sollen.

Chia-Samen enthalten pro 100g etwa 20g Eiweiß, 4,5g Kohlenhydrate, 31g Fett sowie 31g Ballaststoffe. Im Fettanteil überwiegt die Omega-3-Fettsäure Linolensäure, das Omega-3 zu Omega-6-Verhältnis beträgt 3,5:1, ist also als recht gut einzustufen.

Allerdings unterscheiden sich diese Werte kaum vom heimischen Leinsamen, der zudem deutlich günstiger ist, weil er nicht importiert werden muss. Auch was die Vitamine und Mineralien angeht, sind die Unterschiede gering: Chia enthält etwas mehr ProVitamin A und Kalzium, Lein dagegen etwas mehr Kalium und Vitamin E. Bei der Menge der Ballaststoffe, bei Zink und Eisen weisen sie gleiche Werte auf.

Da ergibt es doch Sinn, dem altbewährten Leinsamen aus heimischen Gefilden den Vorzug zu geben, oder? Zumal hier die Transportwege kurz sind und die Lagerung bestimmt optimaler, als beim langen Transport von einem anderen Kontinent hierher.

Vor dem Verzehr müssen beide Produkte „geschrotet“ werden, also grob zerkleinert, um die Nährstoffe, besonders die Fettsäuren, für den Körper besser verfügbar zu machen. Das kann in einem einfachen Küchenmörser geschehen.

Trotzdem sollte man sowohl Leinsamen als auch Chiasamen „heil“ zu kaufen, also nicht bereits geschrotet, weil nach dem Zerkleinern die Angriffsfläche für den Luftsauerstoff und Wärme größer ist und die Fettsäuren so schneller oxidieren. Gerade die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega- 6 und Omega-3) oxidieren besonders schnell. Je nach Lagerzeit des geschroteten Produkts kauft man also ein in Teilen bereits verdorbenes Lebensmittel.

Viele weitere Tipps zur optimalen Ernährung mit pflanzlichen Lebensmitteln findet Ihr in unserem neuen Buch „Fehlernährt“.

 

 

 

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