Mit Hanteln heilen ( Dr. Andreas Müller & Hans Löwe)

Mit Hanteln heilen ( Dr. Andreas Müller & Hans Löwe)
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Produktinformationen "Mit Hanteln heilen ( Dr. Andreas Müller & Hans Löwe)"

Mit Hanteln heilen (Dr. Andreas Müller & Hans Löwe)

Wie Krafttraining den Kranken hilft

 Immer noch glauben viele Menschen, daß man sich bei einer Erkrankung  schonen muß, um die Heilung zu unterstützen. Durch Ruhe und die Vermeidung von Anstrengung soll dem Körper die Gelegenheit gegeben werden, alle Kräfte für die Genesung einzusetzen. Der Trainingswissenschaftler Dr. Andreas Müller und Hans Löwe, einer der besten Bodybuilder der ehemaligen DDR und seit mehr als 30 Jahren als Trainer in Fitness-Studios tätig,  zeigen auf: Das Gegenteil ist richtig!

Anhand von zehn Fallbeispielen berichten die Autoren von erstaunlich erscheinenden Verbesserungen: Durch Krafttraining als unterstützende Therapie, d.h. neben der medizinischen Behandlung, lassen sich auch vermeintlich unabwendbare Schicksale meistern. Das reicht von den sehr schnellen Schmerzlinderungen bei den weitverbreiteten Rückenschmerzen bis hin zu enormen Verbesserungen des Allgemeinbefindens bei Krebserkrankungen. Zwischen diesen Extremen berichten die Autoren über Fälle wie den Einsatz von Krafttraining als unterstützende Therapie bei Magersucht und Osteoporose, sowie die Verhinderung des Einsatzes eines künstlichen Kniegelenks durch gezieltes Gewichtstraining. Weniger spektakulär, weil bereits  häufiger berichtet, erscheinen die guten Erfolge des Krafttrainings bei  Adipositas und Osteoporose. Aber auch hier, wie bei allen anderen Fallbeispielen zeigen sich nicht nur durchschlagende Erfolge bei der Gewichtsabnahme und dem Knochenaufbau, sondern vor allem die wichtige Funktion des Trainings für die Stabilisierung der Psyche. Auch dieser Aspekt der  Genesung darf nicht unterschätzt werden: Allein dadurch, dass die Patienten erleben, trotz ihrer Erkrankung etwas leisten zu können, selbst aktiv an der Heilung mitarbeiten, statt passiv die Behandlung über sich ergehen zu lassen, und natürlich die schnellen Erfolge des Trainings am eigenen Leib verspüren, wird die Heilung deutlich unterstützt.

Dabei wissen die Autoren die aktuelle Forschung hinter sich: Neue Forschungsergebnisse aus Medizin und Trainingswissenschaft zeigen, dass die zukünftige  Bedeutung des Krafttrainings keineswegs nur im Leistungssport, sondern vor allem in der Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit zu sehen ist. Insbesondere Menschen in der zweiten Lebenshälfte können von einem zielgerichteten Krafttraining enorm profitieren. „Heilen mit Hanteln“ ist ein motivierendes Buch, daß betroffenen Menschen den Weg zur Heilung und zu mehr Lebensqualität weisen kann.

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Inhaltsverzeichnis "Mit Hanteln heilen ( Dr. Andreas Müller & Hans Löwe)"

Novagenics-Verlag, 59755 Arnsberg
 

Mit Hanteln heilen - Inhaltsverzeichnis


Vorwort von PD Dr. med. habil. Peter Hinz

1.  Einführung: Informieren und motivieren

2.  Krafttraining zwischen Effektivität und Effekthascherei

3.  Fallbeispiele
3.1     Sabine, 42 Jahre, Autounfall
3.2     Annemarie, 46 Jahre, Anwärterin für eine
    Lebertransplantation, Osteoporose
3.3     Ralf, 14 Jahre, Seh-, Hör- und Sprachbehinderung,
    fehlendes Selbstwertgefühl
3.4     Hans, 55 Jahre, Adipositas
3.5     Detlef, Mitte 50, künstliches Kniegelenk, Arthrose
3.6    Herr Barsch, 25, Beinamputation, Vorbereitung auf Paralympics
3.7     Silke, Anfang 30, Magersucht
3.8     Frau Vogel, Anfang 40, Krebs
3.9     Heide, 72 Jahre, Osteoporose
3.10  Elisabeth, Anfang 50, Rückenschmerzen, Arthrose

4.  Schlussbetrachtungen

Literatur- und Quellenverzeichnis

Leseprobe "Mit Hanteln heilen ( Dr. Andreas Müller & Hans Löwe)"

Novagenics-Verlag, 59755 Arnsberg
 

Mit Hanteln heilen - Leseprobe


3.1   Sabine, 42 Jahre, Autounfall

Ein schwerer Autounfall veränderte das Leben der damals 42 Jahre alten Büroangestellten Sabine von einem Tag auf den anderen dramatisch. Sie erlitt eine Wirbelfraktur im Bereich der Lendenwirbelsäule, mehrere Sehnen- und Muskelabrisse in der linken Schulter sowie ein Schädel-Hirn-Trauma. An die operative Wiederherstellung eines Lendenwirbels sowie eine mittels Schrauben durchgeführte Versteifung des umgebenden Lendenwirbelsäulenabschnitts schlossen sich wochenlange Aufenthalte im Krankenhaus und in einer Rehabilitationseinrichtung an. Auch anschließend war die an sich lebenslustige und attraktive Sabine nur noch in sehr eingeschränktem Maße in der Lage, ihr Leben in gewohnter Weise fortzusetzen. Sie litt fortwährend unter Blockaden und Schmerzen, die sie als "Verspannungen" empfand.

Als sie schließlich eine deutliche Abnahme ihrer Kraft und Muskulatur im Bereich der Taille bemerkte, suchte sie das Sportcenter Hensel in Sauerlach auf, in dem ich damals als Trainer beschäftigt war. In der ihr eigenen humorvollen Art fragte sie mich, was sie tun müsse, um sich irgendwann wieder freistehend und schmerzfrei die Zähne putzen zu können.

Im Ergebnis des von Sabine fortan durchgeführten Muskelaufbautrainings mit Schwerpunkt Bauch-, Rücken- und Brustmuskulatur schwanden nicht nur die schmerzhaften Blockaden, einige Wochen später gelang auch das Zähneputzen wieder schmerzfrei. Sabines Trainingsübungen im ersten Jahr waren Hyperextensionen, Rudern an der Maschine, Latziehen zur Brust, die Butterfly-Übung, Bankdrücken an der Maschine und Beinpressen an der 45-Grad geneigten Maschine. Alle Übungen wurden im typischen Hypertrophiebereich durchgeführt, d.h. mit einem Widerstand, der 8-15 Wiederholungen pro Satz erlaubt. Bei den meisten Übungen wurde der Trainingswiderstand von Satz zu Satz erhöht und gleichzeitig die Wiederholungszahl pro Satz gesenkt. Nach einem Jahr Training führte Sabine dann auch solche koordinativ anspruchsvollen Freihantel-Übungen wie Kreuzheben, Kniebeugen und Rudern in der Vorbeuge durch, was nochmals enorme Fortschritte brachte. Zur Stabilisierung der Schulter und der Beseitigung von muskulären Dysbalancen in diesem Bereich wurden Kurzhantelübungen für alle drei Schulterköpfe ins Programm eingebaut

Statt das Training nach Behebung ihrer Probleme zu beenden, tat Sabine das einzig Richtige: Sie setzte das Training fort. Allerdings nicht immer kontinuierlich. Den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Besserung ihrer Beschwerden und ihrem Training erfuhr sie nun ganz anschaulich gleich mehrfach. Jedes Mal, wenn Sabine das Training für einige Zeit "schleifen ließ", weil sie ja nunmehr beschwerdefrei war, setzten erneut gesundheitliche Probleme ein. Das wirkte offenbar überzeugend: Sabine trainiert inzwischen weitgehend ohne Unterbrechungen - bis zum heutigen Tag.


Exkurs 1

Es bedarf keines Autounfalls, um an Rückenschmerzen zu erkranken. Etwa 80% der deutschen Bevölkerung werden irgendwann im Leben unter Rückenschmerzen leiden, 10% der Betroffenen werden diese Rückenschmerzen bis ans Ende ihres Lebens nicht wieder los. Diese 10% verursachen über 90% der anfallenden Behandlungskosten, was Ende der 1990er Jahre in der Schweiz einem jährlichen finanziellen Volumen von über vier Milliarden Franken, in Deutschland über 50 Milliarden DM entsprach. Die Ausgaben verteilen sich dabei auf die Kosten für ambulante Therapien, Operationen, stationäre nicht operative Behandlungen, Arbeitsausfälle, Umschulungen und Verrentungen. [1] Rückenschmerzen stellen somit das häufigste orthopädische Krankheitsbild dar. [2,3]

Angesichts solcher Zahlen verwundert es nicht, dass die Diskussion des Phänomens "Volkskrankheit Rückenschmerz" nicht nur von medizinischem Sachverstand geprägt ist, sondern auch vom Standpunkt unterschiedlicher Geisteshaltungen und Interessenlagen aus geführt wird. Rücken- und Gelenkbeschwerden waren in vergangenen Jahrhunderten die typische Folge chronischer Überbeanspruchung durch harte körperliche Arbeit in Land- und Forstwirtschaft oder Fabrikhallen. Doch obwohl im 21. Jahrhundert inzwischen rund 80% aller Deutschen nicht mehr körperlich arbeiten, hält sich auch unter ihnen noch immer hartnäckig die Vorstellung, dass Rückenschmerzen vor allem das Ergebnis von beruflich bedingter muskulärer Überbeanspruchung des Rückens darstellen. Mit dem Unterschied, dass als Auslöser diese Überlastung nicht mehr das Heben und Tragen schwerer Lasten, sondern das stundenlange Sitzen im Büro oder Auto im Gespräch sind. Angesichts vielfach ergonomisch ungünstiger Schul- und Schreibtischstühle lassen sich diese Gedankengänge auch nicht völlig von der Hand weisen. [4] Doch selbst in den Pflege- oder Handwerksberufen, wo tatsächlich noch schwere Lasten gehoben werden, sind Rückenschäden nicht zwangsläufig Schicksal.

Tatsächlich ist jeder Rücken letztlich nur so stark wie die Muskulatur, die ihn stützt. Die im Deutschland des 21. Jahrhunderts bei "Durchschnittsmenschen" ab dem 20. Lebensjahr zu beobachtende Abnahme der Muskelmasse betrifft auch die Muskelgruppen, welche für die Stabilität der Wirbelsäule die Hauptverantwortung tragen, nämlich die Rückenstreck- und Bauchmuskeln. Hinzu kommen die Muskeln, die das Becken stabilisieren, denn die Stellung des Beckens hat maßgeblichen Einfluss auf die Gewährleistung der natürlichen Krümmungen der Wirbelsäule (von Medizinern Lordosen und Kyphosen genannt). Mit der Muskelmasse schwindet auch die Kraft - pro Quadratzentimeter Muskelmasseverlust um etwa 5 Kilopond. Bei ca. zehn Kilogramm Muskelmasseverlust zwischen dem 20. und dem 60. Lebensjahr ergeben sich Kraftverluste, welche sich zwangsläufig auch negativ auf die Stabilität der Wirbelsäule bzw. ihres Bewegungs- und Halteapparates auswirken müssen.

Der international renommierte Orthopäde Prof. Dr. Horst Cotta verweist daher ausdrücklich auf die erhebliche Bedeutung eines leistungsfähigen "Muskelkorsetts" für die Wirbelsäulengesundheit. Vor allem Bewegungsarmut und Unsportlichkeit seien Ursache für die vielfach zu beobachtende Rückbildung der Wirbelsäulenmuskulatur. [4] Eine Untersuchung, die von Mitarbeitern des Institutes für Medizinische Physik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt und anlässlich des 44. Deutschen Sportärztekongresses 2013 vorgestellt wurde, zeigt auf, dass selbst ein zweimal pro Woche durchgeführtes viertelstündiges Krafttrainingsprogramm bereits nach 14 Wochen eine deutliche Abnahme der Rückenschmerzintensität nach sich zieht.[5]

Insbesondere nach Unfällen und schweren medizinischen Eingriffen wie der im Fallbeispiel genannten operativen Versteifung der Wirbelsäule sind Betroffene oft stark verunsichert. Schmerzen bei jeder Bewegung, aber Ausbleiben von Schmerz bei Ausbleiben von Bewegung lassen dann schnell die Idee aufkommen, dass jede Belastung ein unkalkulierbares Risiko darstellt. Die mit dem Hang zur Bequemlichkeit sehr gut kompatible Empfehlung aus dem Bekannten- oder Kollegenkreis, sich unbedingt zu schonen und bei Schmerzen allenfalls medikamentös oder durch "Massagen" und "Moorbäder" therapieren zu lassen, tut dann ein Übriges.

Sabine hat letztlich die bestmögliche Entscheidung getroffen: Statt fortan ein durch Dauerbehandlungen bei Ärzten, Physiotherapeuten und inzwischen immer häufiger auch Psychologen und Heilpraktikern fremdbestimmtes Dasein zu führen, hat sie ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen, auf eigene Kosten und eigenes Risiko - und letztendlich mit Erfolg. Da inzwischen Tausende Menschen die Erfahrung gemacht haben, dass chronische Rückenschmerzen zu den Leiden gehören, die sich bereits nach einigen Wochen Training regelrecht in Luft auflösen, verwundert es nicht, dass sich in Deutschland bereits ganze Studioketten auf Rückenschmerzpatienten spezialisiert haben und das Thema "Rückenfitness" offensiv in ihren Werbekampagnen platzieren.


Quellen

1  Caimi, M.: Die Banalität der Kraft. Schont sich die Menschheit zu Tode?
    Basel 1999: Äquiedition, 98

2  Boeckh-Behrens, W.-U.; Buskies, W.: Fitness-Krafttraining. Die besten Übungen und Methoden für Sport und Gesundheit. Reinbek bei Hamburg 2000: Rowohlt, 9

3  Unger, E.: Handbuch für Kraftsport & Bodybuilding. Aachen 1999:
    Meyer und Meyer, 8

4  Cotta, H.: Der Mensch ist so jung wie seine Gelenke. München 2001:
    Wilhelm Heyne Verlag, 73-78

5  Bebenek, M.; Teschler, M.; von Stengel, S.; Kemmler, W.: Fit am Arbeitsplatz - Einfluss eines 14-wöchigen Trainings-Kurzprogramms auf die Rückenfitness. In: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 07-08/2013, 226




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